Montag, 7. Oktober 2013, 16:48 Uhr

Der Buddhist am Berg.

Der Buddhist am Berg. Eine Wanderlegende aus dem Salzburger Pinzgau geht in Pension.

Alfred Hacker, leidenschaftlicher Wanderer und praktizierender Buddhist, war knappe 25 Jahre im Lifetime Hotel DIE Sonne als Wanderführer tätig. Kaum jemand kennt die Naturschauspiele der Salzburger Bergwelt mehr als er. Sein Motto auch im Ruhestand: lebendig bleiben!

In den Bergen, ganz im Jetzt.

Als praktizierender Buddhist weiß er, dass er dafür ganz im Jetzt sein muss, um auch die innere Reise der Teilnehmer sicher führen zu können. „Ich muss meine Gruppe gut beobachten, denn ab einer gewissen Höhenlage zehrt es an den Kräften, und Schwachstellen kommen zum Vorschein. Das können sowohl Ängste sein als auch Widerstände, wenn etwa jemand nicht mehr weitergehen möchte, obwohl er körperlich dazu in der Lage wäre.“ Hierfür brauche es Vertrauen, in die Natur und natürlich in ihn als Person, sagt Hacker. Gelernt habe das der einstige Elektrotechniker in der Ausbildung zum Wanderführer nicht. Denn in der Theorie lerne man zwar alles Wichtige, um einen sicheren und erlebnisreichen Tag in den Bergen verbringen zu können. Die menschliche Komponente hingegen komme durch Erfahrung hinzu.

Späte Berufung, große Faszination.

Erst im Alter von 29 Jahren hat Alfred Hacker die Liebe zum Wandern entdeckt. Freunde haben ihn auf eine Tour eingeladen. Es dauerte nicht lange bis er sich einer seiner größten Herausforderungen, der Pallavicini Rinne am Großglockner, gestellt hat. „Eine solche Tour mit bis zu 55 Grad steilen Eishängen bringt einen an die Grenzen. Vorbereiten kann man sich nur durch Ausdauertraining, einer kohlehydratreichen und gesunden Ernährung sowie motivierenden Gedanken“, sagt Hacker. Jeder Moment brauche während der Tour etwas anderes. „Indem ich meine eigenen Interessen ganz zurück nehme, kann ich mich ganz auf die Gäste einlassen. Das rate ich auch allen, die sich diesem wenig bekannten, aber faszinierenden Beruf hingeben.“

Bleibende Momente, zukünftige Abenteuer.

Neben den kraftvollen Sonnenauf- und Untergängen bleiben ihm vor allem die vielen menschlichen Begegnungen in Erinnerung. Eines seiner schönsten Erlebnisse: „Ein Gast ist einmal nach einem mühevollen und sehr langsamen Anstieg am Gipfel in Tränen ausgebrochen. Anschließend erzählte er mir, dass vor langer Zeit sein Bein durch einen schweren Autounfall zertrümmert wurde. Sein größter Traum war es, trotz der Behinderung noch einmal in seinem Leben auf diesen Berg zu steigen. Und dieser Traum ging an diesem Tag in Erfüllung.“ Eine Auszeit gönnt sich der 62-jährige im Ruhestand nicht. Denn auch bei seinen nächsten Zielen, dem 3142 m hohen Gunung Agung auf Bali und dem 3726 m hohen Rinjani 3726m auf der Insel Lombok, ist er davon überzeugt, dass ihn jede Menge Abenteuer erwarten werden.

Foto: Lifetime Hotel DIE Sonne/Saalbach