Sonntag, 13. April 2014, 13:12 Uhr

Fasten richtig brechen.

Fastenbrechen: So gelingt der Start ins neue Leben.

Die Zeit der Enthaltsamkeit ist mit Ostern vorbei und jene, die gefastet haben, sollten schon langsam an das Fastenbrechen denken. Doch Vorsicht: Ein planloses Vorgehen kann fatale Folgen für den gesamten Organismus haben. Wie Sie das Fasten erfolgreich brechen und die positiven Effekte beibehalten, das lesen Sie hier.

Alte Gewohnheiten für immer passé sein lassen. 

Nach George Bernard Shaw „kann jeder Dumme fasten, aber nur ein Weiser das Fasten richtig brechen“. Fastenbrechen ist weit mehr, als wieder mit dem Essen zu beginnen. Es geht vor allem darum, das neu gewonnene Lebensgefühl in den normalen Alltag mitzunehmen und die alten Gewohnheiten für immer passé sein zu lassen. Es ist eine Art „Nachbehandlungszeit“, in der die Erkenntnisse aus der Fastenzeit stabilisiert werden.   

So beenden Sie das Fasten richtig! 

Wie die Fasteneinstimmung braucht auch das Nachfasten einen äußeren Rahmen. Stressvermeidung steht dabei an oberster Stelle, damit Sie sich ganz auf die ersten Bissen konzentrieren können. Der klassische Fastenbrecher ist dabei ein Apfel aus kontrolliert biologischem Anbau, der durch die enthaltenen Pektine die Darmtätigkeit anregt und dabei leicht verdauulich ist. Machen Sie diese erste feste Nahrung zu einer Art Meditation, bei der Sie alle Sinne aktivieren. 

Essen mit allen Sinnen:

Wie sieht der Apfel aus?
Wie duftet er?
Wie liegt er in der Hand?
Wie ist sein Geschmack und wie verändert sich dieser im Laufe des Kauens?
Wie satt sind Sie nach jedem Bissen?

Nach dieser Methode werden Sie das Essen von einer völlig neuen Seite kennenlernen. Behalten Sie das Essen mit allen Sinnen solange wie möglich bewusst bei, damit sich der Vorgang als eine dauerhafte Gewohnheit etablieren kann.  

Die Aufbautage.

In den ersten Aufbautagen muss sich der gesamte Verdauungstrakt erst wieder an Nahrung gewöhnen, da Sie ihn in den vergangenen Tagen ausschließlich flüsslig ernährt haben. Kauen Sie deshalb jeden einzelnen Bissen, bis er flüssig ist und achten Sie gut auf Ihr Sättigungsgefühl, das gerade nach dem Fasten sehr empfindsam reagiert. Wie beim Fastenbrechen durch den Apfel aktivieren Sie auch jetzt alle Sinne bei jedem Bissen. 

Das sollte Ihr Speiseplan nach Dr. med. Hellmut Lützner in den ersten drei Aufbautagen beinhalten: 

1. Aufbautag:

Früh: Morgentee (Kräuter- oder leichter Schwarztee)
Vormittag: ein reifer oder gedünsteter Apfel
Mittag: Kartoffel-Gemüse-Suppe
Nachmittag: Tee oder Wasser
Abend: Tomatensuppe, Buttermilch mit einem TL Leinsamen, eine Scheibe Knäckebrot

2. Aufbautag:

Früh: Morgentee, ein Glas Sauerkrautsaft oder Molke, Backpflaumen oder Feigen, Weizenschrotsuppe, evtl. etwas Kräuterquark mit zwei Scheiben Knäckebrot
Vormittag: Tee oder Mineralwasser
Mittag: Blattsalat, Pellkartoffeln, Möhrengemüse, Bioghurt mit Sanddorn und Leinsamen
Nachmittag: Tee oder Wasser
Abend: Möhrenkost, Getreide-Gemüse-Suppe, Dickmilch mit Leinsamen, eine Scheibe Knäckebrot 

3. Aufbautag:

Früh: Morgentee, Backpflaumen oder Feigen, Hafermüsli-Getreide-Gemüse-Suppe, evtl. Tomatenquark mit zwei Schreiben Knäckebrot
Vormittag: Tee, Malzkaffee, Wasser
Mittag: Rote-Bete-Frischkost, Naturreis mit Kräutern, Zucchini-Tomaten-Gemüse, Apfelquark
Nachmittag: Tee, Wasser
Abend: Sauerkrautsalat, Hüttenkäsebrote

Wichtige Tipps für die Nachfastenzeit: 

  • Behalten Sie die Nahrungspausen zwischen den Mahlzeiten bei.
  • Richtig trinken: Verzichten Sie auf zuckerhaltige Limonaden.
  • Essen Sie so viele frische und naturbelassene Lebensmittel wie möglich.
  • Stellen Sie um auf Vollwertkost.
  • Essen Sie wenig tierisches Eiweiß.
  • Verzichten Sie auf gehärtete Fette und greifen Sie zu naturbelassenen Ölen.
  • Trinken Sie nicht zum Essen, denn das verdünnt den Magensaft.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Start in Ihr neues Leben nach dem Fasten!

 

Foto: Flickr/Nalihaha