Mittwoch, 22. Januar 2014, 11:27 Uhr

Das gute Fett

Fett: Dick- oder Fitmacher?

Die weit verbreitete Meinung, dass Fett schlecht für uns sei, hat dazu geführt, dass es immer mehr von unserem Speiseplan gestrichen wird. Doch ist Fett wirklich so schlecht wie sein Ruf? Dieser Frage wollen wir in diesem Beitrag nachgehen.

Wozu brauchen wir Fett? 

Fett ist eine der wichtigsten Energiequellen in der Ernährung. Es dient zur Isolierung sowie dem Schutz der Organe und hilft dem Körper, fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) aufzunehmen. Für einen reibungslosen Stoffwechsel sollte die Menge ca. 30 Prozent der Gesamtenergiezufuhr betragen. 

Fett ist nicht gleich Fett.

Grundsätzlich ist es wichtig, auf die Art und Qualität des Fettes zu achten. Unterschieden wird zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, wobei man die ungesättigten Fettsäuren in einfach und mehrfach ungesättigte unterteilt.

1. Ungesättigte Fettsäuren

Die einfach ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen und müssen nicht über die Nahrung zugeführt werden. Viele der mehrfach ungesättigten hingegen schon - sie sind in Oliven-, Raps-, Lein-, Hanföl, Wal- sowie Haselnussöl enthalten.  Mehrfach ungesättigte Fettsäuren tragen dazu bei, das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzkrankheiten zu senken. Sie sind wichtige Bausteine für die Bildung von Hormonen und den Aufbau der Zellen.Vor allem im Gehirn sorgen sie dafür, dass sich die Neuronen gut verschalten. Je höher der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Öl ist, desto gesünder ist es.

2. Gesättigte Fettsäuren

Die gesättigten Fettsäuren kommen hauptsächlich in tierischen Produkten vor wie etwa in Fleisch, Wurst, Butter und Schmalz und sollten nur in kleinen Mengen genossen werden. Sie werden als die schlechten Fette bezeichnet, vor allem deshalb, da sie das Risiko der Aterienverkalkung (Arteriosklerosde) steigern und zu einem Anstieg des gesundheitsgefährdenden LDL-Cholesterins führen.

3. Omega-Fettsäuren

Wie gesund ein Öl ist, hängt neben dem Fettsäure-Spektrum auch vom Verhältnis der Omega3-, Omega 6- und Omega 9-Fettsäuren ab. Die Omega 3 und 6-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt und sind in Lein-, Raps-, Walnuss- und Hanföl enthalten. Omega 9-Fettsäuren sind einfach ungesättigt und in Oliven- sowie Sonnenblumenöl enthalten.  

Omega-3-, -6 und -9-Fette

  •  erweitern die Gefäße,

  •  verbessern die Fließeigenschaft des Blutes,

  •  sind gerinnungshemmend (Wunden schließen sich schneller),

  •  fördern die Hirnleistung,

  •  stärken das Immunsystem,

  •  senken Blutfette.

4. Linolsäure und Alpha-Linolsäure

Ein wichtiger Bestandteil der essentiellen Fettsäuren sind auch die Linolsäure und die Alpha-Linolsäure, die dem Erhalt der Zellmembranen, dem Herstellen von Hormonen und der Steuerung des Cholesterinhaushalts dienen.

Wichtige Quellen

  • für Linolsäure: Gemüse, Obst, Nüsse, Getreide, Samen, Sonnenblumen-, Mais-, Nachtkerzen- und Safloröl

  • für alpha-Linolensäure: Leinsamen, Senfkörner, Kürbiskerne, Sojabohnen, Walnuss- und Rapsöl, grünes Blattgemüse und Getreide 

Ist Fett nun gut oder schlecht für uns?

Pflanzliche Öle bzw. einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind für eine gesunde Ernährung unverzichtbar. Sie sorgen für einen reibungslosen Zellstoffwechsel, ermöglichen die Aufnahme vieler Vitamine wie etwa A, D, E und K, Mineralstoffe sowie Spurenelemente und sorgen für eine bessere Bekömmlichkeit der Speisen.

Tipp: Verwenden Sie kaltgepresste Öle mit hoher Qualität! Diese sollten nicht erhitzt und im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sonst der gesundheitliche Nutzen verloren geht.  

 

Foto: Flickr/Pressebox.de