Samstag, 15. März 2014, 20:32 Uhr

Fastenzeit

Wasser, Tee, Gemüsebrühe... ist Fasten sinnvoll?

Viele Menschen fasten in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern. Es gilt, den Körper von Schlacken zu reinigen. Das Vorhandensein dieser so genannten Abfallprodukte ist aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive jedoch umstritten. Welchen Nutzen Fasten wirklich hat, darüber wollen wir heute am ersten Fastensonntag berichten.

Was ist Fasten?

Die bewährteste ausgeübte Fastenform ist das Saftfasten. Dabei nimmt man pro Tag etwa 0,2 Liter Gemüse- oder Obstsaft zu sich und trinkt ab und zu eine abgekochte fettlose Gemüsebrühe. Die Methode wird als Saftfasten nach Buchinger bezeichnet. Konkret wird dabei feste Nahrung gänzlich weggelassen, was nicht zu verwechseln ist mit Teilfasten, bei dem lediglich bestimmte Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden.

Wozu soll fasten gut sein?

Fasten für die Gesundheit:

Fastenbefürworter sind der Ansicht, dass der bewusste Verzicht auf Nahrung dem Körper extrem gut tue. Die positiven Wirkungen reichen von einem verbesserten Körpergefühl bis hin zur Mobilisation der Selbstheilungskräfte. Denn der Körper schüttet Stoffe aus, welche Entzündungen hemmen können, was sich etwa bei Rheuma positiv auswirkt. Es lindert zudem Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Verdauungsprobleme und stärkt die Nierentätigkeit.

Wer für die Gesundheit fastet, der kann einen erheblichen Beitrag zur Stärkung seines Körpers leisten. Achtung: es dürfen jedoch nur jene Personen alleine fasten, die gesund sind. Ansonsten ist eine ärztliche Aufsicht zu empfehlen.

Fasten für die Figur:

Durch den Nahrungsverzicht werden Schlacken aus dem Körper entfernt und die Pfunde beginnen zu purzeln, so argumentieren jedenfalls Fastenbefürworter. Aus wissenschaftlicher Perspektive gibt es jedoch keine Schlacken, denn der Körper kann Stoffwechselrestprodukte problemlos über die Nieren, die Haut und über den Darm selbst ausscheiden. Fasten kann jedoch helfen, das ständige Essen zu durchbrechen, wodurch sich neue Gewohnheiten bilden können. Auch die Körpersignale werden besser wahrgenommen, insbesondere das Sättigungsgefühl. 

Auf die Figur kann sich Fasten insofern positiv auswirken, in dem es als Einstieg in eine dauerhafte Ernährungsumstellung genutzt wird. Um schnell ein paar Pfunde zu verlieren, ist es nicht zu empfehlen. Denn diese sind meistens nach ein paar Wochen nach der Kur wieder auf den Hüften.

Fasten für das geistige Wohlbefinden:

Durch Fasten komme man zu sich selbst, denn man besinnt sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens und nimmt sich bewusst Zeit für sich. Anstelle des Essens findet ein Spaziergang in der Natur statt oder der Genuss einer Tasse Tee, bei dem die Gedanken schweifen können. Viele Fasten-Befürworter sprechen davon, dass sie nach einigen Tagen ein regelrechtes „High“ erleben, sich geborgen und vollkommen wohl fühlen in ihrer Haut.

Wer sich einmal daran gewöhnt hat, nicht gleich zum Kühlschrank zu gehen, wenn er zum Beispiel Entspannung braucht, der hat durch das Fasten viel mitnehmen können. Denn der neu erworbene Einblick in die eigenen Bedürfnisse kann ein ganzes Feld an neuen Möglichkeiten eröffnen. 

Fasten-Fazit:

Ernährungswissenschaftler konnten bis heute das Vorhandensein von Schlacken nicht nachweisen, deshalb ist Fasten im Sinne einer Reinigung von Giftstoffen nicht notwendig. Es kann sogar Stress im Körper erzeugen, da er durch den Nahrungsverzicht auf ein Notprogramm umschaltet. 

Wer jedoch die Ernährung umstellen oder schlechte Gewohnheiten ablegen möchte, der kann eine Fastenkur als Einstieg sehen. Um die körpereigenen Stoffwechselvorgänge zu unterstützen und dauerhaft das Gewicht zu halten, ist auf lange Sicht gesehen Bewegung an der frischen Luft und eine vollwertige Ernährung sinnvoller. 

 

Foto: Flickr/Jutta Bruhn